Kalendarz Wydarzeń
23 sierpień 2013
Pforzheimer Zeitung
Sandra Pfäfflin
VALERIE WAIBEL IST DIE NEUE SAMMLUNGSLEITERIN BEIM "KUNSTWERK"
Valerie Waibel mit Peter Klein vor dem großformatigen Bild „Epiphany I“ von Gottfried Helnwein. Wesner
Jetzt, sagt Peter Klein, sei er angekommen: nach 30 Jahren Sammeltätigkeit und fast 1800 erworbenen Kunstwerken. Was einst mit einem Bild des Pforzheimer Malers Wolfgang Kappis (1927 - 2004) begann, ist heute eine der spannendsten Privatsammlungen – samt großartigem Ausstellungsgebäude in Nussdorf-Eberdingen.
Valerie Waibel mit Peter Klein vor dem großformatigen Bild „Epiphany I“ von Gottfried Helnwein.
2013
„Ankommen“ ist auch folgerichtig der Titel der ersten von ihr kuratierten Ausstellung, die noch bis 5. Januar 2004 zu sehen ist. „Doch wer denkt, dass ich wie eine dicke Glucke auf der Sammlung hocke, hat sich getäuscht“, schmunzelt die zierliche Frau. Ganz im Gegenteil: Ankommen, das ist für sie ein höchst spannender Moment, „ein kurzes Innehalten“, ein Wimpernschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ankommen steht für die 50-Jährige auch als Metapher für einen Lebensweg, für das Zu-sich-selbst-finden. Und es beinhaltet eine offene Zukunft, „die noch ganz im Bereich der Utopie liegt“. Doch wie setzen sich die Künstler der Sammlung mit diesem Thema auseinander? „Zielgerichtet“, schildert die Kuratorin, habe sie die Sammlungsschwerpunkte Malerei, Arbeiten auf Papier und Fotografie sowie zeitgenössische Aboriginekunst durchforstet. Immer unter dem Gesichtspunkt: „Wer schaut sich die Ausstellung an?“ Denn für Valeria Waibel ist der Publikumskontakt wichtig. Auf ihren Wunsch hin wurde ihr Büro im Erdgeschoss so umgebaut, dass es direkt zum Eingang hin geöffnet ist, „so, dass jeder mich sehen und ansprechen kann“. Kunstvermittelung ist für sie ein aktives Zugehen auf die Menschen – ob jung oder alt. „Und so war es für mich wichtig, dass das Ausstellungsthema vermittelbar ist“, schildert sie. Ihre bisherigen Erfahrungen sind gut – „gerade bei Schülern ist das Thema ,Ankommen‘ in der Urlaubszeit gut nachzuvollziehen.“
„Spannende Endeckung“
Doch wie wird aus einer Idee, aus einem Thema eine Ausstellung? Waibel hat sich auf eine „spannende Entdeckungsreise“ in die Sammlung des Ehepaars Peter und Alion Klein begeben und danach drei Themenbereiche festgelegt, unter denen sich höchst unterschiedliche Arbeiten gruppieren lassen. Da ist zum einen das Ankommen als ein Weg dorthin. Die heiter-tiefsinningen Fotografien von Ülkü Sündgün erzählen beispielsweise vom Ankommen in einer letztlich fremden Welt. Als eine „Reflektion über Zeit und Ort“ definiert Waibel den Themenbereich, der sich unter anderem mit Gottfried Helnweins großformatigem Bild „Epiphany I“ und seiner Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. Oder dem Werk „Ile de Gorée“ der Pforzheimer Künstlerin Karin Strobel. Die großformatige Zeichnung spiegelt scheinbare Idylle vor: Der Blick wird gefangen von großen Palmen, die vor einer Stadtkulisse sanft im Ventilatorwind wehen. Ein letzter Blick, den die Tausenden von Sklaven auf Westafrika hatten, ehe sie verschleppt wurden. „Ankommen – von hier aus“ ist der letzte Teil der Ausstellung überschrieben. Und entführt in imaginäre Landschaften, in individuelle Bilder von Orten, die jeder in sich trägt. Die so reduziert sein können, wie die Zeichnungen der italienischen Insel Pantelleria von Beate Terfloth oder so rätselhaft, wie die digital bearbeiteten Fotos des Chinesen Chi Peng.




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